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Wunderwelt der Gurke

Wem es bislang an Vorstellungskraft gebrach, sich auszumalen, die Japaner wären imstande mit ihren Mobiltelefonen schlichtweg alles zuwege zu bringen, was schicklich, schick und zumindest halbwegs von Nutzen ist, außer zu fliegen, wird sich jetzt noch schwerer tun, wenn er erfährt, nun schaffen sie es auch damit zu fliegen, also Flüge zu buchen und einzuchecken. Die ganze Chose eben. Mir kommt die Handy-Technologie ungefähr so an, wie einem Yanomami-Indianer die Formel 1; mit dem Sachverstand dessen, der sich fragt “Was geht’s mich an?” Trotzdem zolle ich den Möglichkeiten, die man vermittels dieser Apparate, die bis vor kurzem noch klobig wie die Speckbrote gewesen sind, bewerkstelligen kann, Respekt. Sich infantile Jingles zu laden, Unfug zu photographieren und enervierenden Spielen zu erliegen oder halbtrottelige Videos zu glotzen, ist ja nur die eine, peinliche Palette der Möglichkeiten. Was die andere Palette, vor allem die sachdienlichen Dienste angeht, können wir in Österreich vielleicht gerade noch mit den Menschen im anatolischen Hochland mithalten, aber keinesfalls mit den Japanern. Und wenn wir alles was dort gerade state of the art ist nachkaspern, surfen die schon mit ihren Handys im Weltraum und schicken uns Hologramm-Grußpost.
Kürzlich entnahm ich in einem Fachorgan für Bibliotheksfuzzis [IFLA Journal 2/2006], manche Unibibliotheken in Japan ermöglichten individualisierte Katalogrecherchen, das Ordern oder Reservieren von Beständen, sowie die Verwaltung des eigenen Benutzeraccounts via Mobiltechnologie. Die Angebote würden ausgebaut.

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