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Japanisch-chinesische Wickel

“The Asahi Shimbun” berichtet in ihrer Online-Ausgabe vom Tage (3.4.2006) über einen Aufenthalt des früheren japanischen Premierministers Ryutaro Hashimoto in Peking. Hashimoto reiste mit Vertretern von sieben japanisch-chinesischen Freundschaftsorganisationen an, um Möglichkeiten einer Verbesserung des gegenwärtig angespannten Verhältnisses zwischen den beiden Staaten zu sondieren. Im Gespräch mit Chinas Staatspräsident Hu Jintao äußerte dieser die Bereitschaft, bislang ausgesetzte Arbeitstreffen von Regierungsvertretern vollumfänglich wieder aufzunehmen, wenn Besuche des offiziellen Japan am Yasukuni-Schrein eingestellt würden.
Hashimoto selbst hatte es während seiner Amtszeit stets unterlassen, dem Schrein, der nicht nur die Seelen gewöhnlicher Soldaten und jener der zum Kriegsdienst gepressten Taiwanesen und Koreaner, sondern auch der verurteilten Kriegsverbrecher “beherbergt”, seine Aufwartung zu machen.
Vor genau einem Jahr war es in China zu antijapanischen Demonstrationen gekommen, in deren Verlauf japanische Einrichtungen beschädigt wurden. Vermeintlicher Auslöser war ein Tatsachen verharmlosender Eintrag in einem Geschichtslehrbuch für die Schule gewesen. (Einmal mehr war das Massaker von Nanking als “Zwischenfall” tituliert worden.) Inzwischen sind Unstimmigkeiten in Sachen Förderung des Gasvorkommens im östlichen Chinesischen Meer (der exakte Grenzverlauf der Hoheitsgewässer beider Staaten ist strittig) dazugekommen. Der rätselhafte Selbstmord eines Angehörigen des japanischen diplomatischen Korps in Shanghai und eine mutmaßliche Verwicklung des chinesischen Geheimdienstes tat ein Übriges.
Die Wichtigkeit einer gedeihlichen Entwicklung zwischen China und Japan wird von beiden Seiten freilich nicht in Frage gestellt. “The Asahi Shimbun” zitiert das Ergebnis einer von der Regierung in Auftrag gegebenen Erhebung vom Februar des Jahres, die Einschätzung des Verhältnisses der beiden Staaten in der japanischen Bevölkerung betreffend: Eine deutliche Mehrheit von 78 Prozent der Befragten (2000 Personen) äußerte die Meinung, der gegenwärtige Stand der Beziehungen verdiente dringend eine Verbesserung.

Quelle: Japan-China ties
http://www. Asahi.com/english/Herald-asahi/TKY200604030108.html (Zugriff am 3.4.2006)

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