Minamata-Krankheit

In der so genannten Bucht von Minamata (900 Kilometer südwestlich von Tokio) wurde seit den 1930er Jahren durch die Chisso Corporation Quecksilber illegal verklappt. Daraus entwickelte sich der folgenschwerste Umweltskanadal Japans, nachdem Menschen durch den Verzehr von Fisch aus der Bucht erkrankten, missgebildete Kinder zur Welt brachten oder verstarben. Nach offiziellen Angaben waren rund 3000 Personen betroffen, wovon etwa die Hälfte durch die „Minamata-Krankheit“ ihr Leben verloren. Der US-amerikanische Fotograf W. Eugene Smith machte mit seinen Arbeiten die Tragödie weltweit publik und wurde von „Mitarbeitern“ der Chemiefabrik so schwer verletzt, dass er bleibende körperliche Schäden davontrug.
Im Oktober 2005 bestätigte der Oberste Gerichtshof Japans eine Mitschuld der Regierung an der Massenvergiftung, 45 Klägern wurde eine Entschädigung in Höhe von 77 Millionen Yen zugesprochen.
(Quelle des Gerichtsurteils: Neue Zürcher Zeitung, Internationale Ausgabe (242), 16./17.10.2004, Seite 4)

Hinweis auf einen aktuellen Artikel zum Thema:
Minamata Disease at 50: Death, disease, discrimination continue [Hirano Keiji]
www.japanfocus.org/article.asp?id=534 (Zugriff am 23.02.2006)

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