Reichhaltiger Japan-Bildband



Buchtitel: Japan – seine Städte und Provinzen
Autoren: Wilhelm Blassen, Yuko Kimura, Hartmut Pohling, Kerstin Teicher
Verlag, Erscheinungsjahr: Komet 2009
ISBN 978-3-89836-769-1

Dieser jüngst (Februar 2009) erschienene Bildband hat es in sich: 640 Seiten und an die 500 Photos! In neun Kapiteln wird einem ohne jede Langatmigkeit Wesentliches über Japan vermittelt. Zum Beispiel, dass der Fuji-san zwar der berühmteste, nicht jedoch der einzige im Dreigestirn der mächtigsten heiligen Berge ist. Die beiden anderen heißen Tate-yama und Haku-san.
Japaner haben mit 108 aktiven Vulkanen und 28 154 heißen Quellen, wovon 19 237 als Onsen genutzt werden, zu leben (S. 18). Der Shinano-gawa ist mit 367 Kilometern Japans längster Fluss (S. 26). Die japanischen Inseln erstrecken sich über 25 Breitengrade, die Wälder weisen über 1000 verschiedene Bäume auf und allein 50 verschiedene Bambusarten.
Nach einem umfassenden Einleitungskapitel, das sowohl den Natur- und Sozialraum beschreibt, einen gerafften geschichtlichen Überblick und Grundlegendes zu den politischen Verhältnissen, der Wirtschaft, der Kultur und den Religionen bietet, stellen die folgenden die Regionen Chubu, Chugoku, Hokkaido, Kanto, Kinki, Kyushi, Shikoku und Tokoku vor.
Die Photos dokumentieren in ihrer Fülle ein sehr buntes, abwechslungsreiches, ja auch von Gegensätzen gekennzeichnetes Land:
Wer auf sich hält, pflanzt Reis nicht mehr per Hand, sonder mithilfe eines Carts für das Ausbringen von Setzlingen (S. 99). Dem berühmtesten Vorzeigeschüler, Ninomiya Kinjirô, in Stein gehauen oder in Bronze gegossen, begegnet man nahezu allenthalben (S. 110). Eine Art Weltuntergangssekte, die sich „Pana Wave Laboratory“ nennt und die Warnung vor den verheerenden Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf ihre Fahnen geheftet hat, inszeniert gelegentlich spektakuläre Aktionen (S. 143). Das Museumsdorf Shirakawa-go hält seit 1995 den Rang eines Unesco-Weltkulturerbes (S. 220, 276, 314). Izumo-Taisha ist die älteste Schreinanlage Japans (S. 339, 351). Die Kintai-kyo-Brücke aus der frühen Edo-Zeit präsentiert sich als kühne Holzkonstruktion (S. 353). Die Freiheitsstatue steht, wie jeder weiß, einmal in Paris und als Replikat in Tokios Vergnügungsviertel Odaiba (S. 443). Der Fries mit den berühmten drei Affen in der Haltung des ‚nichts hören’, ‚nichts sagen’, ‚nichts sehen’ [wahrscheinlich Österreicher] befindet sich im Toshogu-Schrein (S. 476 f.) Und wer wissen möchte, wie der Orpheusbülbül aussieht, schlage Seite 366 auf!

2 Responses

  1. Marga Dinkel sagt:

    Ich dachte die Freiheitsstatue steht in New York. Gibt es in Paris auch eine?
    Ich denke bei den Regionen handelt es sich um Shikoku und Tohoku, oder?

  2. Hasenfus sagt:

    Das originale Modell der Freiheitsstatue befindet sich seit ewig im Technikmuseum in Paris. Daneben gibt es u.a. noch eine Freiheitsstatue an oder in der Seine (je nachdem wie man es betrachten will), die die Vereinigten Staaten den Franzosen geschenkt haben. Darüber hinaus existieren noch mindestens zwei Freiheitsstatuen in der französischen Hauptstadt, die der – zugegeben – bekannteren in New York gleichen, wenn auch nicht an Größe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.