Japanische Denker



Buchtitel: Japanische Denker im 20. Jahrhundert
Originaltitel: Nihon no shisō
Autor: Ueyama Shunpei
Verlag, Erscheinungsjahr: Iudicium, 2000
ISBN 3-89129-625-8

Es gibt Bücher, die nicht unbedingt halten was sie im Titel vorgeben zu behandeln. Wohl mag es profunde Kenner der Materie geben, die sich darin als berufen erweisen, die vorgeführten Denker dieses Werkes als repräsentativ für die Zeitspanne des vorangegangenen Jahrhunderts zu akzeptieren. Ich tue mir da, offen gestanden, ein bisschen schwer. Die hier ausgestreute Gedankenwelt ist doch etwas zu einseitig auf Personen konzentriert, die es einmal in deutliche Nähe zum japanischen Chauvinismus verschlagen hat. Tatsächlich erweist sich das japanische Denken schon in jenen Gestalten als schillernd, die sich an den zeitgenössischen Axiomen der westlichen Philosophie mehr oder weniger abgearbeitet haben. Und in Verfolgung japanischer Traditionslinien ist natürlich mehr entstanden als krudes Gefolgschaftsdenken.
Erübrigt es sich zu erwähnen, dass das Buch unter den japanischen Denkern des 20. Jahrhunderts keine einzige Frau anführt? Und sollte ihr Fehlen tatsächlich der Wirklichkeit entsprechen?
Ueyama selbst wird der so genannten „Neuen Kyōto-Schule“ zugerechnet, der die Betonung einer Besonderheit des japanischen Denkens nachgesagt wird. Ueyamas Kommentierungen, die dunklen Stellen der japanischen Geschichte betreffend, waren indes, milde formuliert, nicht immer glücklich gewählt.

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