Hikikomori

In einem kurzen Artikel für die Album-Beilage der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD berichtete Andrea Waldbrunner am Wochenende (1.4.2006) über das in Japan (und wohl nicht nur in Japan!) allmählich anwachsende Phänomen der “Hikikomori”. Darunter sind vorwiegend junge Männer zu verstehen, die sich völlig von der Welt zurückziehen, sich in einem Anfall von quasi selbst auferlegtem Autismus in die vier Wände ihrer Unterkunft einschließen und sämtliche Sozialkontakte außen vor sein lassen. Psychologen sprechen von einem so genannten Adoleszenztrauma, das Betroffene erlitten, die schlichtweg boykottierten erwachsen zu werden. Es nehmen sich bereits spezielle Kliniken der Fälle an, soweit sie überhaupt ihrer habhaft zu werden vermögen, was in einer Gesellschaft, in der die Hemmschwelle sich als abweichend von der Norm zu outen, gewiss nicht niedriger liegt als bei uns, dem “Land wo die Neurosen blühen”(Peter Turrini).

Quelle: Waldbrunner, Andrea: Wie Einsiedler in der Kartause. Die japanischen Hikikomori sind lieber einsam als erwachsen (DER STANDARD, 31.3./1.4.2006, S. A2)

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