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Späte Heimkehr, schon wieder

Japan hält bekanntlich viele Rekorde, die unmöglich von anderen Nationen eingestellt werden können. Die Anzahl der verspäteten Kriegsheimkehrer bleibt wohl ebenfalls unübertroffen. Eben erst (03.07.2006) berichtet die “Japan Times” vom Schicksal des heute 79-jährigen Yoshiteru Nakagawa, der nach 67 Jahren erstmals wieder heimischen, japanischen Boden betrat. Geboren 1926 in der Präfektur Yamagata, wanderte seine Familie später auf die Südhälfte der Halbinsel Sachalin aus. Der Inselabschnitt befand sich seinerzeit unter japanischer Verwaltung und trug den Namen Karafuto. Nach dem Ende des Krieges und der Evakuierung der japanischen Bevölkerung aus diesen Landesteilen, geriet Yoshiteru Nakagawa in sowjetische Kriegsgefangenschaft, gleichwohl er selbst kein Angehöriger der Kaiserlichen japanischen Armee gewesen war. Schließlich lebte er viele Jahrzehnte unter den Kalmücken an der Kaspi-See und heiratete eine Russin. In diesen Tagen kam der mittlerweile schwerkranke Mann dank Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen auf Besuch in seine Heimat und konnte seine mittlerweile nicht weniger betagten Geschwister in die Arme schließen.

Quelle:
67 years in Russia. War-displaced man visits home [The Japan Times, 03.07.2006]

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