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Auktionsrekord

Wer die Preisentwicklung von Asiatika auf den internationalen Kunst- und Antiquitätenmessen der letzten Jahre ein wenig verfolgt hat, wird sich über den anhaltenden Boom kaum verwundern. In New Yorks Zweigstelle des britischen Auktionshauses Christie’s ist am Dienstag (18.03.08) dieser Woche mit dem Erlös der Versteigerung einer japanischen Skulptur ein neuer Rekord erzielt worden. Nach Auskunft der involvierten Fachleute wurde bis dato für ein buddhistisches Kunstwerk des 12. Jahrhunderts kein derartiger Preis erzielt. Bei dem Objekt handelt es sich um den Dainichi Nyorai des Bildhauers Unkei, dessen Schaffensperiode in die Kamakura-Zeit fällt. Die Buddhastatue ist aus Zypressenholz und 66,1 cm hoch. Für 12,8 Millionen US-Dollar (ohne den üblicherweise anfallenden Gebühren, ansonsten 14,37 Mill. US-Dollar) wechselt sie nun den Besitzer und kehrt nach Japan zurück. Der Dainichi Nyorai darf als nationaler Kulturschatz betrachtet werden, der indes auf etwas dubiose Weise von seinem ursprünglichen Ort in einem Tempel in Ashikaga, Präfektur Tochigi, im 19. Jahrhundert entfernt worden war. Man vermutet, dass das im Zuge der anti-buddhistischen Massnahmen, die das Erstarken des Shinto befördern sollten, in der frühen Meiji-Ära geschah.
[Der Aktionspreis entspricht einem Gegenwert von 8 – 9 Millionen Euro.]

Quellen:
Unkei statue likely to stay in Japan, in: Asahi Shimbun, 20.03.2008
Buddha wood sculpture by Unkei auctioned for record $12.8 million, in: The Japan Times, 20.03.2008

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