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Meister des Metabolismus

Wie in zahlreichen Medien berichtet wurde, ist am Freitag der Vorwoche (12.10.2007) der international ausgezeichnete japanische Architekt Kurokawa Kisho, 73, verstorben. Als ein Schüler von Tange Kenzo, begründete Kurokawa in den sechziger Jahren mit anderen den so genannten Metabolismus, eine Avantgarde-Bewegung, die den Anspruch erhob, Architektur müsse dem rasanten Wandel des Stadtbildes, der Ansprüche seiner Bewohner, sowie der zur Notwendigkeit erhobenen Flexibilität funktionaler Gebäude durch die Permanenz von Veränderbarkeit, respektive Ausbaufähigkeit, Rechnung tragen. Vor diesem Hintergrund entstand etwa 1972 der berühmte Nakagin-Kapsel-Turm in Tokio.
Später veränderte sich sein theoretischer Unterbau zunehmend in Richtung auf ein Gegensätze integrierendes, ökologisches Denken. Seine Idee der „Symbiosis“ findet sich in zahlreichen, schriftlichen Reflexionen niedergelegt. Auf Deutsch etwa im „Kurokawa Manifest“ (Berlin, 2005).
Kurokawa konnte seine Bauten außerhalb Japans u.a. in Australien, China und in Europa (Anbau des Van-Gogh-Museums in Amsterdam) realisieren.
Das Deutsche Architektur Museum (DAM) in Frankfurt am Main richtete 2005 eine umfassende Retrospektive seiner Werke aus.
Noch im Juli hatte sich Kurokawa, allerdings vergeblich, für einen Sitz im japanischen Oberhaus beworben.

Quellen:
Knapp, Gottfried: Utopist des Bauens. Zum Tod des japanischen Architekten Kisho Kurokawa. Süddeutsche Zeitung (236), 13./14.10.2007, S. 14
Flexible Baukunst. Tod des Architekten Kisho Kurokawa. Neue Zürcher Zeitung (238), 13./14.10.2007, S. 26

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