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Japanische Regisseurin in Cannes ausgezeichnet

Ein wenig überschattet von der Euphorie des rumänischen Hauptpreisträgers (Goldene Palme an Cristian Mungiu) wurde der Erfolg der japanischen Regisseurin Kawase Naomi bei den diesjährigen 60. Internationalen Filmfestspielen in Cannes.
Kawase, geboren 1969 in Nara, erhielt den Großen Preis der Jury zuerkannt für ihren Film „Mogari no mori“ (etwa: Trauerwald). Er zeichnet die Geschichte eines Demenzkranken (Laiendarsteller Uda Shigeki in der Rolle des Shigeki), der mit seiner Betreuerin (Ono Machiko) in einem Bergwald den Bestattungsplatz seiner verstorbenen Gattin sucht. Kawase hebt sich in ihrem Filmschaffen von den gängigen Vereinnahmungen konventioneller Produktionen ab, verzichtet auf ein Staraufgebot und große, tricktechnisch forcierte Gesten. Ihre Filme wollen nicht überwältigen, sondern ihr Publikum zum Nachdenken anregen, wie sie selbst betont. Dabei trifft es sich, dass ihre Themen seit jeher mit ihren eigenen Lebenserfahrungen in Zusammenhang stehen. Sie verfolgt einen ruhigen Duktus, verlässt sich auf den Zauber einer Umgebung und bevorzugt knappe Dialoge.
Kawase Naomi erhielt bislang ihre Auszeichnungen vor allem in Europa, in Übersee und in Taiwan. Ihre Zusammenarbeit mit einer französischen Produktionsfirma und dem Centre National de la Cinematographie schilderte sie als zeitweilig nicht ganz leicht. Sie versteht ihre Filme auch als Beiträge zur Verbreitung eines Verständnisses, dass die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen letztlich mehr verbindet, als trennt.
Kitanos neuester Film „Kantoku banzai“ ging in Cannes übrigens leer aus.
Als beste weibliche Hauptdarstellerin wurde die aparte Südkoreanerin Jeon Do-yeon geehrt.

Quelle:
Mason, C. M.: ‚Mourning’ turns into celebration. The Japan Times Online, 31.05.2007

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